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Update 30.11.11) *** WEITER! **** ZURÜCK!
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Das Repertoire
Zigeunerkapellen
haben in Jahrhunderten eine besondere Art instrumentaler Virtuosität
und gemeinsamer Improvisation entwickelt.
Große Komponisten wie Joseph Haydn, W. A. Mozart, Joh. Brahms, Franz
Liszt, Gustav Mahler
- auch Johann Strauss, Franz Lehár und andere Operettenkomponisten ließen sich begeistert
von ihrer Improvisationskunst und ihren Fantasien inspirieren
und haben diese oft genug als ihre eigenen Einfälle verkauft.
Man
weiß es: Der "5. Ungarische Tanz von Brahms"
(daaa - dadaaa - dadaaa - dattadaaa) ist gar nicht von Brahms.
Brahms hat nur "ordentlich
aufgeschrieben", was man jeden Abend
mehrfach von den Zigeunern hörte. Er lauschte zu gerne
der "famosen Zigeunerkapelle" im Wiener Prater,
hatte aber schon als Noch-Teenager in Hamburg viele Melodienfolgen
und die Spielweise von dem ungarischen Geiger Eduard Hoffmann erlernt,
der sich publikumswirksam Eduard Reményi nannte.
Auf jeden Fall hat es sich für ihn gelohnt, solche Impulse aufzunehmen,
und gerade deshalb versuchten wohl Reményi und andere,
Brahms mit Recht die Urheberschaft streitig zu machen - jedoch ohne Erfolg.
Freimütig schrieb Brahms entsprechend auch an seinen Verleger Simrock,
dass die "echten Zigeunerkinder" zwar "nicht von ihm selbst
gezeugt",
sondern nur
mit aller Liebe und "mit Milch und Brot aufgezogen" wurden.
Balázs
Nyári
spielt
selbstverständlich traditionelle ungarische Stücke,
die auch uns
ans Herz gewachsen sind,
die wir aber selten mit Namen benennen können:
Csak egy kislány, Szomoru vasarnap, a-moll-Csardas,
Akácos ut, Homokora, Majd hanekem und vieles mehr.
Dazu
kommen unzählige klassische Stücke wie die Serenade von Enrico
Toselli,
die tiefsinnige und virtuose "Meditation aus der Oper Thais"
von Jules Massenet,
die berühmte Cavatine von Joachim Raff - auch diverse Ave Marias,
natürlich die Ungarischen Tänze von Brahms - Stücke von Liszt,
Schubert und und und ...
Dann
sollte man den Bereich Wien erwähnen - Bécs im Ungarischen
-
mit Konzertwalzern nicht nur von Johann Strauß, Polkas, Wienerlied
und mehr.
Aus dem Reich der Operette gibt es ein breites Angebot.
Erwähnt seien "Der Zarewitsch", "Gräfin Maritza",
"Der Zigeunerbaron".
In fließendem Übergang schließen sich Filmmusiken von
den 30er
bis in die 80er und 90er Jahre an: "Spiel mir das Lied vom Tod",
"Der Profi",
"Dr. Schiwago" vermitteln ein internationales Flair,
das weit über die traditionelle Zigeunermusik hinausgeht.
Ein anderes weites Feld sind französische Chansons,
bekannte Jazzstandards - durchaus auch unvergessene Schlager.
All
dies wird natürlich in der typischen Zigeunermanier geboten,
die uns oft genug den Atem still stehen lässt:
faszinierende und geistreiche Einleitungen, die das Ziel kaum erraten
lassen
- melancholische, weit schwingende Bögen und Elegien,
die die Träne im Auge des Gegenübers erglänzen lassen
- Tempo- und Taktwechsel - Kadenzen - Überleitungen
- plötzliches Wiederfinden in einer anderen Tonart
- halsbrecherische Tempi und Sprünge scheinbar ohne Risikobewusstsein - dann eine "Vollbremsung" und der definitive Schluss:
"wrrramm - wrrremm - wrrrumm" - man steht also wieder auf dem
Boden .... |